Frankenjura – die jungen Jahre

In jungen Jahren bin ich in das Frankenjura übersiedelt, der Kletter- Hotspot zwischen Nürnberg, Bayreuth und Bamberg mit einer hohen Anzahl schwieriger Routen auf engem Raum. Ich glaub weltweit können vielleicht noch die spanischen Gebiete mit einer derartigen Menge schwerer Linien pro Quadratmeter aufwarten.

Dazu kommt, dass der fränkische Kalk in der Regel top Qualität hat – nix mit Alpenkalk-Bruch oder bröseligem Sandstein, neee – kompakte Löcher und Leisten werden durchgezogen. Ok – die Routen sind eher kurz und mit einem 40 Meter Strick kann man wahrscheinlich sein Leben lang im fränkischen Wald klettern. Der Übergang zwischen Bouldern und Seilklettern ist fliessend, eine Menge Routen ähneln abgesicherten Bouldern, aber das macht nichts, weil’s häufig vom Boden weg gleich zur Sache geht.

Während meinen sechs Jahren in Franken (Zivi und Studium) hatte ich genug Gelegenheit, um mich im fränkischen Wald zu tummeln, herausgekommen sind schöne Tage am Fels, zahlreiche Wiederholungen bis zum Schwierigkeitsgrad 8c, und auch die ein oder andere Erstbegehung (besser gesagt Abstauber, da vorhandene Projekte) war mit dabei.

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Nightmare (10)

Die Motivation und das Niveau in Franken sind hoch – eigentlich klettert jeder Wochenend-Sportler im 8. Grad (französisch) herum. Meine Motivation war schnell besser zu werden, denn je schwerer man in Franken klettern kann, desto besser werden die Linien und desto höher wird die Auswahl.

Space Invadors (10+/11-)

Letztendlich hätt ich aber wohl doch nicht gedacht, dass ich Routen von denen ich vorher nur in Klettermagazinen gelesen hab, und die von Sportkletterikonen wie Güllich, Albert, Sykora und Moffat stammen, tatsächlich hochkomm.

Meine ersten Meilensteine im 10. Grad (8b) sind Halloween, Pharao und Killer. Als 10+ (8b+) sind mir besonders die Begehungen von Stonelove, Fred Feuerstein und Back to Nature geblieben. Am 11. Grad gekratzt hab ich mit den Routen Space Invadors (8b/c), Drive by Shooting (8b/c), Hasenmonster (8b/c) und Powerplay (8c).

Hasenmonster
Hasenmoster (10+/11-)

Abgesehen von den Schwierigkeitsgraden standen natürlich de Fun mit Freunden am Fels und das Draussensein im Vordergrund. Es waren klasse Jahre im fränkischen Kalk, und die Zeit hab ich besonders Leuten zu verdanken, mit denen man tagein-tagaus bei Sonne, Regen und manchmal Schnee an die Felsen pilgern konnte.

Aus dieser Connection sind besonders Nikki, Olaf, Patrick, Philipp, Bene, Hannes und Kathi zu nennen, THANX! Ebenfalls vielen Dank an Milan für die gemeinsamen Arbeitsstunden im Rotpunktsport, wo man viel über dies-und-das philosophieren konnten.

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