Kaum zu glauben – ist aber so, dass solch eine Wand nur 20 Autominuten von Bern mitten im schönen Laubwald steht, die würde auch ins Elbsandstein passen. Tut ja schon nen bisschen weh, dass der Fels zum Klettern mit Seil absolut tabu ist, da gäb‘s die ein oder andere Hammer- Sportkletterroute in kontinuierlich leicht überhängendem Sandstein.

Na ja – so müssen wir uns halt dem erlaubten Bouldern am Wandfuss zufrieden geben – aber das ist dafür top! Der Platz ist schön, das Absprunggelände ist ein Sandkasten und die zahlreichen Boulder und Traversen bieten für jeden Könnensstufe einen Haufen Spass.

Im rechten Wandteil gibt es eine seeeeehr lange Bouldertraverse die ursprünglich mal von Fred Nicole unter dem Namen „e la nave va“ (and the ship sails on – der Name ist Programm) erstbegangen wurde. Ich bin ab und zu nach der Arbeit zum Bouldern ins Lindental und hab je nach Lust und Laune immer mal wieder den ein- oder anderen Teil der Traverse „häppchenweise“ gemacht.

Zum Zusammenhängen hat mir irgendwie immer der Auftrag gefehlt und irgendwie auch die Lust, weil man sich auf ca. 50 Klettermeter immer wieder an guten Rests runterschütteln muss, sowas langweilt auf Dauer. Zur Ausdauervorbereitung auf die Hybris (siehe oben) hab ich gedacht, dass das Geschüttel und Gepumpe ja nicht schaden kann und hab an einem Tag mit guten Bedingungen mal alles aneinander gehängt.

Im Versuch vorher hatte mich der technische Reibungsboulder am Ausstieg nach 50 Klettermeter am letzten Zug abgeworfen, ich hab gedacht ich spinn! Weiteren Wiederholern sei angeraten Sandwiches, Powerbars und Energydrinks in den Rests zu deponieren, um im Vorbeiklettern Energie zu tanken.

Mittlerweile gibt es zu E la nave va noch zahlreiche Varianten und Verlängerungen, sowohl am Start als auch am Ende, aber die dafür erforderlichen Leibesertüchtigungen zählen für mich schon fast nicht mehr als Kletter- sondern als Ausdauersport! Mehr Bilder von Magnus Almgren gibt’s in der Gallery – herzlichen Dank Magnus für die schönen Shots!