Den Jahreswechsel 12 / 13 waren wir auf den Kanaren. Teneriffa ist als Winterfluggebiet bekannt, Thermik hat’s eigentlich fast immer und ermöglicht kleine Streckenflüge, aber auch dynamisches Soaren und Landen am Strand sind möglich.

Geflogen bin ich im trockenen Südwesten der Insel, im feuchten aber grünen Norden war leider der Passat (= N/O Wind) zu stark. Die Gebiete im Südwesten oberhalb des Touristen Hammers Las Americas sind alles Lee- Fluggebiete, der Teide schattet diese Region grosszügiger Weise vom Passat ab. Die Bedingungen sind tatsächlich am besten, wenn der Passat so richtig hämmert und so vom Teide aus der Bahn geworfen wird, dass das Lee am Rande der Insel nichts abbekommt.

Komisch und ruppig wurd’s eigentlich immer dann, wenn der Passat am schwächeln war und die Kiter morgens in Médano schlechte Laune wegen Windarmut hatten. Dann zog der Wind im Kessel um alle Ecken und aus allen Richtungen, und man hat nie recht gewusst woran man ist.

Den Flugschülern legen sie bei solchen Bedingungen zum Teil Schwimmwesten an, wenn sie an den Strand zum Landen gehen, da hat’s wohl schon den einen oder anderen Piloten auf’s Meer gespült. In Teneriffa lautet das Motto „Grau steigt gut“, gedreht wird eigentlich immer unter einem Wolkendeckel. Der Teide im Hinterland ist thermisch aktiv, so dass er die feuchte Luft von den Küstenregionen ansaugt.

Je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur entsteht ein Kondensationsring rund um den Teide, mal ist der Wolkenring höher und knapp unterm Gipfel, mal hat man von den Startplätzen aus (Taucho, Ifonche, Jama und Guimar) aber auch wenig Arbeitshöhe bevor’s in die Wolke geht. Alles in allem ist Teneriffa eine Reise wert, die Kombination aus Sonne, Meer, Strand, Soaren, Thermikfliegen, Kiten & Klettern bietet einiges, besonders wenn’s bei uns im Norden Grau-in-Grau angesagt ist.