Die Zeit in der die Bergbahnen von Winter- auf Sommerbetrieb umstellen ist zum Glück kurz und so muss man sich an den gängigen Startplätzen tummeln die mit dem Auto erreichbar sind, wenn man nicht laufen möchte. Zum Glück hat Fränzi uns (Nicco, Ruben, mich) auf Mäggisseren an der Niesenkette gestellt (vielen Dank).

Erstmal war Warten angesagt, die gefiederten Kurbelkollegen halfen noch mit Flügelschlägen nach. Als wir dann um 12 Uhr bei schwacher Thermik los sind, waren auf einmal alle über mir (Vögel und Gleitschirme) und ich mit Absaufen beschäftigt. Zum Glück ist’s dann immer besser geworden und nach einem Abstecher zum Niesen ging’s flott nach Adelboden, an die Lenk und rüber auf Gstaad.

Danach über Wispile vorbei an Diablerets bis zum Pic Chaussy, der Letzte an der Kette vor Leysin, mit Blick auf den Genfersee.

Brutal kam mir das Saufen zwischen den Schläuchen vor, lag wohl doch am N- Wind, der die Sache recht schwierig gemacht hat. Zum Teil hab ich beim Gleiten mehr Höhe versaut, als ich beim Thermik- Kurbeln gut gemacht hab, sowas ist nicht fair!

Prompt kam dann auf dem Rückweg die Baustelle an der Lenk. Der Nordwind zusammen mit dem Adelbodener- Talwind ist Vollgas über den Hahnenmoospass geschwappt und ich dachte schon da komm ich nie drüber. Wo sonst ein sicherer Pump steht war nur Sinken und Rodeo angesagt. Nächstes Mal flieg ich wohl hinten im Tal am Wildstrubel zurück, das scheint die bessere Variante zu sein. Als ich mich dann irgendwie doch noch über den Pass gemogelt hab, war der Rest vom Tag Genuss.

Am vorderen Lohner hab ich Ruben unter der Wolkenbasis wieder getroffen. Der hat sich vorher in einem grandiosen Low- Safe (Beine schon aus dem Beinsack – parat zur Landung) mal wieder gerettet, wie macht der das immer. Zusammen sind wir dann rüber nach Kandersteg geflogen und am Abend bei Genuss Thermik vom Morgenberghorn über den Därliggrat auf Interlaken gechillt. Nach einem Abschluss- Soaren am Harder gab’s nach insgesamt 7.5h Flugzeit das verdiente Landebier.

Nicco ist an dem Tag seiner Punk-Piloten- Attitüde treu geblieben und hat sich vom Nordwind irgendwo im Freiburger- Land versenken lassen. Über ein Autostop & Fly konnte er dann am Abend irgendwo vom Gantrischgebiet doch noch auf Blumenstein abgleiten, Respekt!